Haru, it’s time to move on!

Kleines Bilderrätsel: wer findet den Fehler?

Mittwoch war Bürotag. Achim vom KiT versprach ich zum Mittwoch einen Text und Fotos zur Weiterverwendung zu senden. So quälte ich mich stundenlang an einer schriftlichen Selbstdarstellung, sowie Erläuterung des Konzeptes. Du ahnst nicht, wie schwer ich das immer finde. Aber gut, irgendwann war ich fertig, sendete dem immer hilfsbereiten Michael W. den Text zu, der ihn tatsächlich nur ein klein wenig bearbeitete und drückte erleichtert auf „senden“.

Heribert gab mir die Nummer von Jürgen durch, der bei seiner Hochzeit das Licht gestaltete, ich legte Schallplatten auf. Ab 1 Uhr für ca. 8 Leute noch, doch Jürgen wollte einfach nicht mit dem lichtgestalten aufhören, da er meine Musik offensichtlich genoss. Als ich ihm also am Telefon meinen Namen nenne, kann er natürlich nichts damit anfangen, bei Heribert meinte er vorsichtig „ja, den kenne ich“. Wie ich mich dann der DJ der Hochzeit outete, war er dann offen. Nein, er sei keine Agentur, aber ich solle ihm Material schicken, das er bei Nachfrage gerne weiter reiche. Zum Schluss meinte er dann noch eindringlich, dass er das Material auch nicht wegwerfen würde. Ich grinste wie ein Honigkuchenpferd, weil diese Erweiterung unterstrich, dass er es ernst meinte.

Weil ich so in Fahrt war, rief ich Philip von der Zeitung an. Wir kannten unsere Namen, waren uns aber nie begegnet. Auch er ganz offen und ankündigend, dass sich heute noch jemand melden würde, der ein Interview und Fotos machen wolle. Hach, das tut gut.

Jetzt brauchte ich Sonne und Luft. Ich fahre in ein Lokal in der Nähe, dessen Geschäftsführer begeistert war, einen Termin machte und nur noch mit dem Besitzer quatschen und sich dann schnell melden wollte. Das war am… Samstag? Freitag? Die Tage verschwimmen, ich müsste das rekonstruieren. Auf alle Fälle entsinne ich mich, dass ich auf Eile drängte, von wegen Termine weiter geben. Er meldete sich nicht und ich war gut und gerne 5 – 7 Male dort, um ihn immer um Haaresbreite zu verpassen. Wieder nicht da, aber ganz sicher ab 20 Uhr.

Ich werde viel zu ausschweifend. In einem anderen Lokal traf ich den Geschäftsführer auch nicht an, der sich eigentlich bis Sonntag gemeldet haben wollte. Da rief Herr F. von der Zeitung an und meldete sich für eine Homestory. Also Fotos vor dem Plattenregal. Das finde ich zwar überhaupt nicht originell und das würde bedeuten, ich müsste den Saustall auf Trimmung bringen, also machten wir den Freitag aus. Dann habe ich den Donnerstag zumindest noch. Ich schaue mal, ob wir da nicht etwas Witzigeres als die Plattenwand hinbekommen (und irgendwie ist mir das auch zu… intim. Das ist so Pop-pornographisch. Ich glaube, es gibt kein Foto vor der Plattenwand, sondern was viel Besseres.

Abends eine Verabredung, danach in besagtes erstes Lokal. Wieder nicht da. Erschrocken nimmt die Bedienung ohne Aufforderung nur ihr Handy und sagt „ich hole ihn mal schnell!“ Ich so: „Du kannst mir auch das Telefon geben, er muss für mich nicht extra aus dem Bett springen.“ Welche Frechheit mich da ritt, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Ich mache es kurz: der Chef war dagegen, deshalb hatte er sich nicht mehr gemeldet. „Na vielen Dank“ fällt mir dazu nur ein.

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Und dann war da auf einmal etwas in mir. Ich wollte mich nicht mit dieser Ablehnung abfinden. Orlando aus der Alexandra (endlich wieder etwas, was ich kursiv machen kann) gab mir am Dienstag mit, den Robert in der Bar Ellington anzusprechen. Ich las vor ein paar Tagen noch von der Bar als die Nummer 1 und überhaupt in Düsseldorf. Ich will ein klares Ja oder Nein. Und kein Geshizel.

Das Ellington liegt in der Nähe des Bahnhofs in einer eigentlich etwas derberen Ecke zwischen Pornoschuppen und Supermarkt. Ich frage nach Robert, man verweist auf einen Herrn auf einen Sesel vor der Türe, ich gehe raus und stelle mich vor und erzähle erst etwas angespannter, dann schnell locker werdend mein Jukebox-Angebot. Die Barfrau springt mit einem Sessel, ein Glas Wasser und einer Abstellfläche raus und baut das alles für mich auf. So müssen sich Diplomaten fühlen, was ich da fühlte. Zumindest in der Anfangszeit. Ach, was schreibe ich hier für ein Blech? So einen superben und stillen Service genoss ich 2003 in Tokyo in einer englischen Bar. Da kam der Kellner nach 2 Sekunden an Deine Seite geschwebt mit einem gehauchten „Sorry for waiting“ auf den Lippen.
Robert hörte sich interessiert alles an und wir einigen uns auf einen Tag, der nicht zu voll sein wird. Er erzählt noch von seinen heutigen Kauf von einen Plattenspieler mit aussenliegenden Riehmen, der seit 1972 unverändert gebaut wird. Referenzklasse freilich. Ich plappere noch etwas von Quad-Boxen, da fragt er nach, ob die menschliche Jukebox auch Lieder mit Pferden auf den Flur spielen würde. Ich schwor auf das Grab meiner Eltern, dass dies niemals der Fall sein würde. Aber vor 5 Jahren hätte ich Insterburgs „Ich liebte ein Mädchen…“ dabei gehabt. Freude bei Robert, der Ulrich Rosski ins Spiel bringt.

Der Termin steht also und ich fahre freudig durch die warme Nacht nach Hause. Gute Nacht, Jim-Bob. Gute Nacht, Sue-Ellen.

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