
In den frühen 80er Jahren machte ich mit der Musik von Steve Reich Bekanntschaft. Einige seiner Platten liefen im Café Größenwahn, unserem Haupttreffpunkt in der tiefen Provinz. Oft schnell und dynamisch und dabei trotzdem luftig leicht kommt die Musik daher und verändert die Athmosphäre von Räumen, ohne je dabei aufdringlich zu sein.
Nein, es handelt sich dabei nicht um Ambient, sondern um Minimal Music. Reich bildete ein eigenes Ensemble und ist tatsächlich trotz doch ziemlich fortgeschrittenen Alters (Jahrgang 1936) immer noch auf ausgedehnten Touren.
In Zeiten des Samplings sind wir Schichtungen in der Musik meist gewohnt. Doch wenn man „Music for 18 Musicians“ aufgeführt sieht, wird einem erst klar, mit welch einer Präzision diese Musiker spielen.
Dass Minimal Music auch politisch sein kann, bewies Steve Reich schon mit seiner zweiten Veröffentlichung „Come out“ (1965 erschienen), welches auch heute noch zu beeindrucken weiss: eine komplette LP-Seite ver- und bearbeitete Reich ein Bruchstück einer Zeugenaussage des „Harlem Riots“ 1964. Wie ich dieses Stück das erste Mal hörte, zweifelte ich tatsächlich an meiner Wahrnehmung.
http://youtu.be/uGDo1YN_q3c
Mehr hat nicht nur Wiki zu bieten, es gibt auch eine Homepage von Steve Reich.

Unfassbar. Obwohl mir Reich seit Jahren ein Begriff ist, ist dies doch das erste Mal, dass ich ein Video von einem Livekonzert sehe. Das lässt alle Synapsen knospen, als wäre Frühling. Jungejunge, ist das gut!
Das freut mich sehr. Vielen Dank für das Feedback, Christian.
… oh ja, tolle Scheibe! Hab‘ ich noch als Vinyl… (im Keller… *schäm*)
Ich komme gerne zum Befreien vorbei.
… das steht auch noch die Tehellim und die Octet… 😉
und wenn da dann noch Miles Davies‘ „Birth of Cool“ wartet, dann aber!